Once More, with Feeling

Ich habe grade Anzeige bei der Polizei erstattet. Wieder einmal.

Ich bin es ja gewöhnt, dass man meine Mailadresse in Email-Newsletter einträgt.
Ich bin es gewöhnt, dass man mir als Veganerin Jagdkataloge zuschicken lässt und als Antirassistin Werbung für die neuesten Sommertrends von Nazi-Versandhandeln oder als Anhängerin linker Politik auch mal einen Mitgliedantrag für die Nazipartei ‚der III. Weg‘ bekomme.
Ich bin es auch gewöhnt dass ich ständig die Nachricht bekomme, dass wieder jemand versucht hat mein Twitterpasswort zurück zusetzen.
Ich bins auch gewöhnt aufs Übelste beschimpft zu werden für meine politische Einstellung.

Bei den Leserserviceabteilungen diverser Tageszeitungen rumzutelefonieren, weil wieder jemand auf meinen Namen ein Probeabo bestellt hat, ist dann schon sehr viel nerviger.

Aber so richtig, RICHTIG unlustig wird es, wenn man anfängt mir finanziell schaden zu wollen.
Dies ist jetzt aber geschehen. Jemand hat auf meinen Namen Dinge bestellt und mir per Nachnahme schicken lassen.
Unter anderem ein Paket für über 300€.
Das ist dann schon nicht mehr lustig, oder Trollerei sondern eine Straftat.

Glücklicherweise finden Unternehmen, die auf diese Weise missbraucht werden, so etwas auch nicht lustig und zeigen sich kooperativ.

Ergo liegt jetzt eine Anzeige bei der Polizei und die darf sich damit befassen.

Es reicht mir. Man muss meine politische Meinung nicht mögen. Man kann es kacke finden, dass ich feministisch eingestellt bin. Man kann auch mich persönlich scheiße finden.
Wir haben ja zum Glück Meinungsfreiheit in diesem Lande.

Aber hier ist eine Grenze überschritten.
Ich werde in Zukunft jede Aktion dieser Art gegen mich zur Anzeige bringen.

Und, ja, ich bin richtig angepisst. Ich lasse mich nicht durch solche Aktionen mundtot machen.
Auch morgen werde ich mich noch laut und überzeugt gegen Rechts positionieren, für Gleichberechtigung und gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfen.

Wir brauchen eine offene und tolerante Gesellschaft, in der Menschen angstfrei und ohne Repressionen leben können.
Wir brauchen eine Gesellschaft, in der Menschen gleichberechtigt sind, egal welchen Geschlechts, welchen Glaubens, welcher Herkunft sie sind.
Wir brauchen eine Gesellschaft, die Schutzsuchende aufnimmt.
Wir brauchen eine Gesellschaft in der Menschen nicht durch die sozialen Maschen fallen sondern ohne bedrohliche Existenzängste Leben können.
Wir brauchen eine Gesellschaft, die nicht auf die Armen und Schwachen herab sieht.

Für eine solche Gesellschaft werde ich weiterhin eintreten.
Mich schüchtert ihr nicht ein.

4 Gedanken zu „Once More, with Feeling

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