Gelesen: Harry Potter and the Cursed Child

Natürlich hatte ich es mir gleich vorbestellt und natürlich war ich furchtbar gespannt auf „Harry Potter and the Cursed Child“.

Am 30.07. hatte das Theaterstück in London Premiere und am 31.07. erschien das Script in Buchform. Natürlich habe ich es schon durchgelesen und habe im folgenden meine Eindrücke aufgeschrieben.

Wer das Buch noch nicht gelesen hat und sich nicht Spoilern will sollte JETZT aufhören zu lesen.


„All was well.“ so endete vor 9 Jahren der siebte der Harry Potter Reihe. Die rührseelige und von vielen Fans auch etwas verfluchte Szene auf dem Bahnhof Kingscross, die Harry Potter als treusorgenden, perfekten Vater zeigt.
Mit eben dieser Szene beginnt auch Harry Potter and the Cursed Child.

Aber wo das siebte Buch mit „All was well“ endete schreit einem das Script zum Theaterstück erstmal förmlich „DAS HABT IHR EUCH SO SCHÖN GEDACHT!“ ins Gesicht.

Albus Severus, der Sohn von Harry und Ginny wird nämlich nicht, wie von allen selbstverständlich doch erwartet, nach Gryffindor zu geordnet, sondern landet in Slytherin.
Dort freundet er sich zu allem Überfluss mit Scorpius, dem Sohn von Draco Malfoy an, welcher aber verdächtigt wird in Wirklichkeit der Sohn von Voldemort zu sein.

Harry Potter ist dann auch keineswegs der perfekte und verständnisvolle Vater, sondern ein überforderter Bürohengst, der sich zu der Aussage hinreißen lässt, dass er sich wünschte Albus Severus sei nicht sein Sohn.

Und damit beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Aus Wut und Frustration will der junge Albus in die Vergangenheit reisen um Cedric Diggory zu retten, der damals beim Trimagischen Tunier nur sterben musste, weil er im Weg stand als Harry und Voldemort aufeinander trafen.

Mithilfe der angeblichen Cousine Cedrics, Delphi, die sich später als die tatsächliche Tochter Voldemorts heraus stellt, besorgen sie sich erst einen Zeitumkehrer und reisen zum Trimagischen Turnier zurück. Zwar dauert die Zeitreise nur 5 Minuten, aber sie schaffen es in dieser Zeit die Vergangenheit so zu verändern, dass es große Auswirkungen auf die Zukunft hat.

Was folgt ist eine Abfolge von ‚Was wäre wenn‘ Episoden, die bei den Versuchen entstehen die Vergangenheit zu reparieren, Mal hat Ron nicht Hermine sondern Padma geheiratet, mal hat Voldemort gewonnen, Harry getötet und Hermine und Ron sind in den Untergrund gegangen.

Es gibt sogar ein Wiedersehen mit Severus Snape, bei dessen Tod in Band 7 ich ja schon das ein oder andere Tränchen verdrückt habe, weil er nun mal seit immer mein Lieblingscharakter war.

Fazit: Das Buch/Script macht einen erstmal fertig. Alles was wir in den letzten 9 Jahren über die perfekte Familie von Harry zu wissen glaubten wird erstmal weggewischt und nichts ist mehr gut. Aber dann ist es eben auch eine Geschichte über einen Teenager auf dem zu hohe Erwartungen liegen.

Am Ende wird natürlich trotzdem alles gut und Vater und Sohn geloben Besserung.

Dazwischen gibt es eine hohe Erzählgeschwindigkeit und sich überschlagende Ereignisse. Man darf ja nicht vergessen, dass es sich um das Script für ein Theaterstück handelt, bei dem Längen und zu viele Details nicht ratsam wären. Ob alle Handlungen dabei immer plausibel sind? Wen stört das schon.

Ich mag an der Geschichte sehr, dass die Frauen die starken und wichtigen Rollen haben. McGonagall als Direktorin von Hogwarts, Hermine als Zaubereiministerin, Ginny, die Draco Malfoy zurecht weist, dass dies keineswegs ihre Küche ist, sondern Harry meistens kocht… sogar das obligatorische Böse kommt in Person von Voldemorts Tochter weiblich daher.

Alles in allem: Ein weiterer Besuch in Hogwarts! Als absolutes Fangirl habe ich mich natürlich sehr gefreut noch einmal in das Potter-Universum zurück zu kehren. Ob ich das Buch jetzt noch zwingend gebraucht hätte als Anschluss an die 7 Bände? Ich weiß es nicht. Grade die Geschichte um Voldemorts Tochter erinnert mich eher an die zahlreichen (durchaus guten!) Fanfictions, will mir aber nicht recht zu J.K.Rowling selbst passen.
Aber es war noch mal eine kleine Rückkehr in meine Jugend als ich jedem neuen Band entgegen gefiebert habe. Und das war ein gutes Gefühl.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.