Wer was sagen darf.

Das war mir ja auch noch nicht passiert.
Ein Facebookbeitrag, den ich in 3 Minuten mal eben runtergeschrieben hatte, weil er mir ein Gedanke in den Sinn kam, ging viral und wird als Screenshot und als Facebookbildchen immer noch zig mal geteilt.

So weit so gut. Über fehlende Solidarität und ’nach unten treten‘ habe ich mich ja schon öfter ausgelassen.

Letzte Woche passierte aber folgendes: Unter einem Beitrag, wo das Zitat eben auch geteilt wurde schrieb mir jemand im Wortsinn:
„Eines der passendsten und berührendsten Zitate des letzten Jahres! Super!“
Darauf hin ich „Oh, Danke *rotwerd*“
Und daraufhin die Person „Aber nichts für ungut, eigentlich sollten solche Texte Promis und Politikern vorbehalten sein!“

Okay. Jetzt muss ich schnell Bundeskanzlerin werden. Oder wieder in eine Partei eintreten. Oder vielleicht YouTube Star werden. Dann darf ich vielleicht auch wieder mehr oder weniger pathetische Gedankengänge zu Papier bringen?

Mir ist es rätselhaft, warum Menschen so obrigkeitshörig sind und dem Ottonormalmenschen und damit ja auch sich selbst die Fähigkeit und auch das Recht nehmen sich zu gesellschaftlichen Themen zu äußern.

Davon abgesehen: Die ganzen besorgten Bürger tun das ja auch. Und was nützt es, wenn die Leute, die für eine positive Gesellschaft, für Solidarität und Mitgefühl sind, schweigen? Was nützt es, wenn sie hoffen, dass sich irgendwann noch was ändert?
Hass und dem ewigen Gegeneinander müssen wir etwas entgegensetzen. Uns äußern. Laut sein und zeigen, dass es genug Leute gibt, die dem rassistischen und auch dem unsolidarischen Konsens etwas entgegensetzen möchten.

Leider erlebe ich immer wieder Menschen, die sagen „Was kann ich allein schon ändern?“ Grade wenn es darum geht, dass vielen Menschen Altersarmut droht. Aber wenn wir keine Veränderung fordern, dann wird es keine geben.

Deshalb: Meine Texte mögen einigen Menschen zwar ‚zu staatstragend‘ zu sein, aber aufschreiben werde ich sie trotzdem noch. Auch ohne Partei und ohne Promistatus. Einfach nur, weil sie vielleicht ein oder zwei Leute zum Nachdenken bringen.

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