Von SPD, Würde und dem Bedingungslosen Grundeinkommen

Wir leben in einer Zeit der Digitalisierung und Automatisierung. Will sagen: MASCHINEN KLAUEN UNSERE JOBS!!!

Horrorvorstellung? Werden wir demnächst alle arbeitslos sein und am Hungertuch nagen? Was ist der Mensch ohne Arbeit denn noch wert?

https://twitter.com/FrauMaja/status/838366155484061697

Wenn man der Argumentation der Saarland SPD gegen ein BGE folgt, dass Arbeit Würde schafft, dann nicht viel.
In ihren Augen ist auch ein Mensch, der sich einen anderen Lebensinhalt als (Lohn-)Arbeit vorstellen kann, nicht wert solidarisch behandelt zu werden.

Und wir halten mal fest: Es geht hier nicht um pflegende Angehörige, es geht hier nicht um Eltern, die ihre Kinder erziehen, es geht hier nicht um Menschen in einem Ehrenamt. Es geht hier um Lohnarbeit.

Nun, die allgemeine Argumentation für ein BGE sagt ja meistens: Menschen würden trotzdem arbeiten, es würde nicht zu lauter faulen Sofasitzern führen.
Und ich stimme dem absolut zu.

Aber ich frage mich auch mal ganz radikal: Warum eigentlich nicht? Was ist so schlimm daran keinen Bock auf Lohnarbeit zu haben? Wenn Lohnarbeit schwindet und von Maschinen übernommen wird, was ist so schlimm daran auch mal Zeit zu haben nachzudenken, am Meer zu sitzen, zu chillen, eine gute, entspannte Zeit zu haben?

Wieso sollte man sich dem Konkurrenzkampf unter Zwang und Repression aussetzen müssen?
Der entscheidende Punkt ist doch auch die Frage, ob durch wegfallende Jobs durch Automatisierung immer weniger Menschen mit Job immer mehr Menschen ohne Job durchfüttern sollen, oder ob es nicht viel sinnvoller wäre die Wertschöpfung, die in der Zukunft durch Maschinen statt Menschen erfolgt, dazu zunutzen Menschen zu versorgen. Es gibt ja durchaus schon Forderungen die konkrete Wertschöpfung durch Maschinen noch mehr als jetzt zu besteuern. Eine Lohnsteuer für Maschinen, sozusagen. Das wäre progressiv. Denn wir werden den Konkurrenzkampf gegen Maschinen auf lange Sicht auf jeden Fall verlieren, denn Maschinen brauchen keinen Schlaf und kein Essen.

Und natürlich ist auch die Aussage wahr, dass die meisten Menschen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht nur auf der Couch sitzen und garnichts tun würden.

Wer Zeit, soziale Absicherung und den Raum für Kreativität hat, der probiert stattdessen vielleicht Dinge aus, die bis dahin zu riskant waren. Wer schon immer den Traum hatte ein Geschäft aufzubauen, aber ist wegen der Unsicherheit nie getraut hat, der tut das vielleicht jetzt und schafft dadurch vielleicht sogar Arbeitsplätze, wer weiß?
Und wer gerne ein Buch schreiben wollte aber einen zu stressigen Job hatte, der setzt sich nun vielleicht hin und schreibt?

Warum also den technischen Fortschritt als Feind und nicht als Chance für eine soziale Revolution sehen?

Ein BGE, und davon bin ich fest überzeugt, schafft keine Gesellschaft aus Nichtstuern, sondern aus Menschen, die sozial abgesichert sind und sich nach ihren Neigungen weiterentwickeln können.

Wir können uns also im Blick auf die Zukunft entscheiden, wollen wir die Konkurrenzkampf um die verbleibenden Jobs immer härter führen, und die Verlierer weiterhin bestrafen, oder wollen wir die Chance nutzen, unsere Gesellschaft transformieren und mehr Freiheit für den Einzelnen schaffen?

Die SPD und auch die anderen im Bundestag verbleibenen Parteien scheinen momentan den ersteren Weg bevorzugen.
Ich jedoch finde, wir sollten, nein wir müssen visionär sein und uns trauen uns eine andere Zukunft vorzustellen.

PS: Nicht Erwerbsarbeit schafft Würde, die ist schon im Art1, GG als unantastbar festgeschrieben. Solltet ihr eigentlich wissen, liebe SPD.

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