Vom Dick sein, vom Dünn sein, von Werbebotschaften und vom Konsum.

Dünn sein, wenn man vorher dick war, ist manchmal verstörend.

Wenn man dick ist, dann dann ist der Eindruck in vielen Kleidungsläden dieser: ‚Verschwinde direkt wieder! Du bist fett! Dir passen unsere Kleidungsstücke nicht! Wir wollen auch gar nicht, dass du sie trägst! Denn wir wollen mit sowas wie dir nicht gesehen werden!‘

Nun. Wenn du dann dünn bist, dann ist das Bild ein völlig anderes.

Einerseits: In einen Laden zu kommen und dir passt plötzlich alles ist schon erstaunlich genug, wenn man das nicht gewöhnt ist.

Und andererseits:
Die Perspektive der Werbebotschaften ändert sich. Von ‚Geh weg!‘ zu einem verführerischen ‚Komm her! Du bist hinreißend! Du bist jung! Du bist begehrenswert! ABER NUR WENN DU UNSERE PRODUKTE TRÄGST!!!‘

Ich renne oft noch mit der ‚passt mir eh nicht‘-Brille durch die Läden. Was mir Geld spart.

Aber langsam sickert auch in mein Hirn, dass mir das alles jetzt passt.

Dass ich theoretisch jeden Style tragen kann den ich mag, weil mir all die angebotenen Dinge passen. Unbegrenzte Möglichkeiten des Individualismus!

Bemerkt ihr den Fehler?

Genau! Es ist gar kein Individualismus. Es ist Konsum. Es ist Kapitalismus. Es ist die Lüge davon immer etwas neues kaufen zu müssen, damit man glücklich ist und damit man ein bisschen individueller ist, obwohl man sich grade uniformiert.

Es ist die andere Seite derselben Medaille von vorher.

Natürlich freu ich mich, wenn ich mir Kleidung kaufe, die an mir toll aussieht.
Und ich muss mich ja irgendwie anziehen, nackig würde die Mehrzahl der Leute wohl etwas verstören und zu kalt wäre es auch. (*zwinker zwinker*)
Deshalb muss ich auch weiterhin bisweilen in Bekleidungsläden gehen.

Aber ich muss mir immer wieder klar machen, dass die Werbung Werbung ist. Und dass Konsum allein nicht glücklich macht.

 

Btw: Ich habe jetzt einen YouTube Kanal und ein Video über meine Abnehme gemacht. 🙂

Ein Gedanke zu „Vom Dick sein, vom Dünn sein, von Werbebotschaften und vom Konsum.

  1. Oooh ja, das ist schwierig … ich habe gerade die erste Marke geknackt, viele Läden verkaufen ja nur bis Größe 42/leicht moppelig, und plötzlich könnte ich überall fast alles kaufen, wenn ich wollte – aber mal im Ernst, wer mir nichts verkauft hat, als ich fett war, den brauche ich jetzt auch nicht. Wer nachtragend ist, spart Geld. ^^

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