Wie ich doch noch zur Läuferin wurde #ADHS #Abnehmen

Vor einigen Monaten hatte ich im Brustton der Überzeugung einen Blogbeitrag darüber geschrieben, dass Ich wohl nie eine begeisterte Läuferin werde.

Aber manchmal weiß man ja selbst nicht was in einem steckt.
Am Wochenende jedenfalls bin ich meinen ersten Laufwettbewerb mitgelaufen. Zwar nur über 3 Kilometer, aber dafür nach nicht mal 3 Wochen Training, in denen ich mich von ‚bin schon mal ein bisschen gejoggt‘ auf eine passable Anfängerzeit gebracht habe.

Das ganze war ganz spontan. Nachdem ich im Urlaub das Joggen angefangen und dabei bemerkt hatte, dass mein Körper in einem Zustand ist, in dem Laufen keine Qual mehr ist, googelte ich nach dem jährlichen Stadtlauf in meiner Heimatstadt und stellte fest, dass dieser erst im Mai 2018 wieder ist. Dort kann man 5km oder 10km laufen und ich rechnete mir aus, dass es doch möglich sein müsse bis nächstes Jahr auf eine passable Zeit auf 5km zu kommen.
Als ich dann recherchierte welche Läufe denn in der Zwischenzeit in der näheren Umgebung stattfinden kam ich auf den Cityrun in der Nachbarkleinstadt – welcher in nicht mal 3 Wochen stattfinden sollte. Und weil ich irgendwie in letzter Zeit zu Größenwahn zu neigen scheine, hatte ich mich 10 Minuten später angemeldet.

Also musste ich trainieren. Im Urlaub hatte ich beim Joggen so etwa 7 Minuten pro Kilometer gebraucht. Bei 3 Kilometern wären das also gut 21 Minuten gewesen. Viel zu langsam. Ich habe dann fast täglich im Fitnessstudio auf dem Laufband gestanden und mich jeden Tag ein bisschen gesteigert. Zuletzt war ich zuversichtlich die 3 Kilometer in etwa 18 Minuten zu schaffen.

Samstag ging es also an den Start. 3 Runden mit je 1km durch die Stadt. Ich hing mich an eine Gruppe die vor mir lief und kam ganz gut vom Fleck. Natürlich war nicht an einen Spitzenplatz zu denken aber als ich nach der ersten Runde auf die Zeitanzeige schaute, sah ich dort für mich sagenhafte 4:45. Die beiden anderen Runden war ich nicht ganz so schnell aber ich kam immerhin in 15:56 ins Ziel. Das waren 2 Minuten schneller als erhofft.
Natürlich. Erfahrene Leichtathleten lachen über die Zeit und die Strecke wahrscheinlich. Aber für mich, die ich immer unsportlich war die Laufen auch kopfmäßig nie hinbekommen hat, war das ein ziemlich großer Erfolg.
Zumal ja auch nicht nur die Steigerung in 3 Wochen der Erfolg ist, sondern die 8 Monate vorher, die mich in die Lage versetzt haben zu laufen.

Es war ein ziemlich tolles Gefühl die Strecke zu laufen. Von Menschen an der Strecke beklatscht zu werden.

Mich selbst einem Wettbewerb und dem Vergleich mit anderen zu stellen und nicht als letzte ins Ziel zu kommen.
Sportlicher Vergleich ist für mich immer mit Frust und dem Prädikat ‚Letzte‘ assoziiert gewesen. Deshalb habe ich etwas auch seit den letzten Bundesjugendspielen zu Schulzeiten gemieden. Ich glaube ich habe dieses Trauma überwunden.

Auf der Urkunde steht, dass ich den ersten Platz in meiner Altersklasse geschafft habe. Dass ich die einzige in meiner Altersklasse klasse war, dass steht da zum Glück nicht dabei 😀

Insgesamt bin ich im letzten Drittel der Teilnehmer ins Ziel gekommen. Aber so what. Ich war nicht letzte.

Und nun habe ich einen langen Winter lang Zeit für den Stadtlauf in meiner Heimatstadt zu trainieren. Mal sehen ob ich dann wie geplant die 5km laufe oder ob ich dann doch größenwahnsinnig die 10km laufen möchte 😀

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