I’m sexy and I know it! Ein Rant über Körperlichkeit.

Ich fahre ja viel Bus und da sehe ich dann auch immer die Werbeplakate an den Bushaltestellen. Vor Weihnachten geht’s da immer um schicke Geschenke, im Frühsommer um Urlaubsreisen, ganzjährig um Kippen und Fernsehserien.

Aber momentan ist das Jahr ja noch jung und deshalb gibt es momentan ganz viele Plakate für Fitness- und Abnehmprogramme.

Da drauf sind immer schöne, dünne Menschen, die sich scheinbar total wohlfühlen, weil sie angeblich drölf Kilo abgenommen haben.
Nix gegen Schönheit und nix gegen wohlfühlen.

Aber diese Leute sind halt immer nur dünn. Dünn und gephotohoppt. Aber eben nicht sportlich.

Wer sportlich ist, sieht nicht dünn und flach und glatt aus.
Wer Sport macht kriegt Muskeln. Je nach Sport natürlich an unterschiedlichen Stellen, aber man sieht nicht einfach nur konturlos aus, wie diese makellosen Menschen auf den Werbeplakaten.

Guckt euch Schwimmer an, die haben ein breites Kreuz. Guckt euch Langstreckenläufer an, die sind oft extrem dünn, weil sie kaum bis kein Körperfett haben, aber die Beine sind muskulös und nicht glatt.

Ich trainiere viel im Fitnessstudio und mache Krafttraining und ich muss mich auch immer noch dran gewöhnen, dass ich vom Gewichte stemmen ein breites Kreuz kriege. Ich hab einen Pullover, wo die Arme mittlerweile zu eng sind. Mein Bauch sieht nicht mehr so flach aus, wie auf dem Höhepunkt meiner Abnahme, aber nur, weil ich da jetzt richtig viele Muskeln habe. Mein Hintern ist auch nicht flach.

Körper sind unterschiedlich! Körperformen sind unterschiedlich!
Keine zwei Körper sehen gleich aus. Ob dicke Körper oder dünne Körper.

Und ob man nun dick ist oder dünn ist, ob sportlich oder nicht.
Ich finde es wichtig sich mit dem eigenen Körper auseinander zusetzen. Mit der eigenen Körperform. Mit ihr Frieden zu schließen, oder wenn man möchte, etwas daran zu verändern. Ja, auch das ist okay! Man darf auch Dinge an sich verändern und an sich arbeiten!

Aber man muss ich der Tatsache bewusst werden, dass man eben nur den eigenen Körper hat, mit dem man arbeiten kann. Vorbilder sind voll okay, aber man sollte nicht versuchen andere kopieren zu wollen, aussehen zu wollen, wie jemand anderes. Das kann nur schief gehen!

Solche unrealistischen Werbungen führen tatsächlich dazu, dass sich alle schlecht fühlen. Menschen, die dicker sind. Aber sogar auch Menschen, die muskulös-trainiert sind und die glauben, sie machen etwas falsch, wenn sie nicht so glatt und flach aussehen.

Ich freue mich tierisch darüber, wenn sich Menschen in ihrem Körper wohlfühlen. Egal welche Form dieser hat.
Ich finde es ein total großartiges Gefühl mich in meinem eigenen Körper wohlzufühlen. Das ist für mich auch ein neues Gefühl und ja, egal für wie selbstverliebt mich Menschen halten, ich feier das, ich feier mich. Weil ich es kann. Wieso sollte ich Zufriedenheit verstecken?

Ich freue mich, wenn dicke Menschen sich wohlfühlen, sich nicht verstecken, modisch sind, Raum einnehmen, ihre Schönheit zeigen.
Ich freue mich auch, wenn Menschen abnehmen, weil sie beispielsweise gesundheitliche Probleme haben oder einfach so was an sich ändern wollen, und ich fiebere dann mit jedem Kilo mit und feier jede Portion gefundenes Wohlbefinden!
Ich freue mich, wenn unsichere, dünne Menschen aufblühen und sich gut finden!
Ich feiere einfach jeden, der sich und seinen Körper liebt und das zeigt!

Körper sind so oft noch ein Tabuthema. Grade Körper von Frauen.
Man (Oder eher: Frau!) soll sich irgendwie gut finden, aber man soll auch nicht drüber reden.
Selbstliebe ist gut, aber bitte nicht zu viel und nicht zu öffentlich. Und verändern soll man bitte auch nichts an sich.

Ey nein! Wir dürfen uns mögen, wir dürfen an uns arbeiten, wir dürfen uns wohlfühlen und wir dürfen das verflixt noch mal auch zeigen!

Schmeißen wir solche Werbeplakate in den Müll, werden uns unseres eigenen Körpers, unserer eigenen Form, unserer eigenen Persönlichkeit und Individualität bewusst.
Dann ist es auch viel einfacher wir selbst zu sein. Dann brauchen wir nicht auf andere schielen und deren Körperbild in Frage stellen, wenn es nicht unserem eigenen entspricht.

Wer dick sein will, darf das sein. Wer muskulös sein will, darf das sein. Wer dünn sein will, darf das sein.
Dazu brauchen wir keine glatten Photoshopmutanten. Dazu brauchen wir nur uns selbst.

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